SÄCHSISCHE SCHWÄRZUNGEN

Sächsische Schwärzungen



Sachsen wurde am Ende des zweiten Weltkrieges zum Teil von amerikanischen zum Teil von sowjetischen Truppen besetzt. Im sowjetisch besetzten Gebiet wurde der Postbetrieb schon wenige Tage nach der Kapitulation am 8./9. Mai 1945 wieder aufgenommen. Zunächst geschah das im Bereich der RPD-Bezirke Chemnitz und Leipzig, in denen die postalischen Strukturen unter den Kriegseinwirkungen weniger gelitten hatten.




PA Chemnitz 15 - Schwärzung einer 6 Pf Hitler-Postkarte

Nach einer Anordnung der RPD Chemnitz vom 12.5.45 durften die noch reichlich - auch in der Hand der Bevölkerung - vorhandenen Wertzeichen des „Dritten Reiches“ weiter verwendet werden. Dabei waren der Hitlerkopf oder sonstige Nazisymbole unkenntlich zu machen. Das ließ sich sehr einfach z.B. mit einem Flaschenkorken und der bei jeder Poststelle vorhandenen schwarzen Stempelfarbe (daher „Schwärzungen) bewerkstelligen, wurde aber an den verschiedenen Orten uneinheitlich und mit mannigfachen Formen und Farben durchgeführt.



Die RPD Dresden, in deren Bereich die Zerstörungen durch den Krieg auch infolge Kampfhandlungen erheblich stärker waren, folgte dieser Regelung am 23.5.45. Doch wurde sie dort bereits am 20.6.45 schon wieder aufgehoben, während diese Praxis für Chemnitz und Leipzig bis zum 8.8.45 Gültigkeit besaß. Durch die verschiedenen Sendungsarten (Postkarten, Ganzsachen, Briefe, Einschreiben und Postanweisungen) entstand ein interessantes Sammelgebiet, das einerseits die Wiederaufnahme des Postbetriebes und andererseits den Untergang des „Dritten Reiches“ eindrucksvoll dokumentiert. Eine ausführliche Darstellung diese Sammelgebietes kann dem 2-bändigen Handbuch von Anderson, Bänsch, Meyer, Porsche entnommen werden.




Schwärzung von Hitler-Briefmarken auf Postanweisung vom 10.7.1945 aus Thum (Erzgeb)