NOTMAßNAHMEN

Die Briefmarken und Briefe nach 1945 können erst richtig verstanden werden, wenn man sich mit der damaligen Post und den Zeitverhältnissen beschäftigt.



Als der Krieg im Mai 1945 zu Ende ging, stand auch die Post vor gewaltigen Problemen. In weiten Teilen Deutschlands waren Verkehrsverbindungen unterbrochen und Straßen, Brücken, Eisenbahnen zerstört.

Darüber hinaus fehlten vielerorts so grundsätzliche Dinge wie Räumlichkeiten, Betriebsmittel, Formulare, Stempel usw. – und natürlich postgültige Briefmarken. Detaillierte Befehle und Gesetze der Militärregierungen, Verbote und Beschränkungen bei den Postsendungen sowie die Zensur der Besatzungsmächte behinderten die Post und Postbenutzer zusätzlich.




Handwörterbuch des Postwesens

Auch die Grenzen zwischen den von vier verschiedenen Besatzungsmächten besetzten deutschen Gebieten waren besonders in den ersten Monaten nach Kriegsende kaum überwindlich und änderten sich häufig.

Diese Verhältnisse und ihre Auswirkungen auf die Post zu erkunden und zu beschreiben ist eine spannende Beschäftigung für unsere Arbeitsgemeinschaft. Dazu gehört auch, welche Vorschriften der Post für die eingelieferten Sendungen eigentlich in normalen Zeiten galten und was nach 1945 anders war: Welche Sendungen bis zu welchem Gewicht waren ab wann und wohin zugelassen? Wie hoch waren die Gebühren? Was musste der Postbenutzer beachten, damit die Post und die Zensur die Briefe nicht zurückschickte? Welche Briefmarken waren wo gültig? Welche Postleitzahlen gab es damals, wann änderten sie sich und warum?




Die Aufnahme des Postverkehrs in Deutschland nach der Besetzung 1945 bis 1950

Zur Vertiefung der Grundkenntnisse gehören - neben Gesetzen, Verordnungen, Verfügungen und Lexika - auch die von der Arbeitsgemeinschaft veröffentlichten Sonderschriften und Rundbriefe sowie die von einzelnen Mitgliedern im Eigenverlag herausgegebenen Handbücher, z. B. über die Wiederaufnahme des Postverkehrs nach der Besetzung 1945.



Dieses Hintergrundwissen hilft, die Sammelstücke erst richtig zu verstehen und zu würdigen. Das macht viel Spaß. Auch so manche Seltenheit bei den Sammelstücken stellt sich dadurch heraus. Und zusätzlich helfen die Kenntnisse der damals geltenden Vorschriften usw., Mache und Fälschungen zu erkennen und uns somit vor Schaden zu bewahren.

Die im einzelnen von der Arbeitsgemeinschaft bearbeiteten Sammelgebiete sind auf den nachfolgenden Seiten dieser Website kurz beschrieben.